Im Gebiet Uljanowsk fand technische Inbetriebnahme des Protonenbeschleunigers des föderalen hochtechnologischen Zentrums für medizinische Radiologie statt

Der Versuchslauf fand im Rahmen des Besuchs des Leiters der föderalen medizinisch-biologischen Agentur Russlands (FMBA) Wladimir Ujba und des Stellvertreters des Gesundheitsministers der RF Sergej Krajewoj am 18.März 2017 statt.

 Wladimir Ujba betonte die Einzigartigkeit der Anlage. „Sogar das Anfangsstadium von Krebs fordert eine ganze Reihe von Methoden und Behandlungsarten. Und hier in Dimitrowgrad befindet sich eine unikale Protonenanlage, die es nie mehr in Russland gibt. Ich glaube, es wird noch eine lange Zeit nicht geben, weil sie sehr teuer ist und eine riesige Infrastruktur braucht, um aufgebaut zu werden. Nicht zufällig haben wir sie in Dimitrowgrad gebaut, wo es das RIAR gibt, das einzige Forschungszentrum für Atomreaktoren von Rosatom. Außer der Protonentherapie werden wir noch die Methode der Radionuklidtherapie benutzen – eine das Gewebe nicht zerstörende, nichtoperative Methode“, erzählte der Leiter der Behörde. Er erklärte auch, dass die Ärzte dank der Protonentherapie die Krebsgeschwulst bei ihrer beliebigen Lokalisierung werden beseitigen können, das heißt sogar in den für das Skalpell nicht zugänglichen und gegen die Chemotherapie resistenten Körperteilen. „Die Protonentherapie ihrem Sinn nach ist einzige Methode für die Behandlung solcher Patienten. Und wenn solche Diagnose früher als ein Urteil gelautet hat, so erscheint dank der Protonenanlage die Möglichkeit, die Krankheit zu heilen, das heißt die Geschwulst wird durch die Physik des Bündels völlig vernichtet. Es gibt kein Krankheitsrezidiv nach dieser Therapie und der Patient genest. Dank einer hohen Geschwindigkeit des Bündels können wir die Protonenprozedur mehrmals durchführen, nicht nur Muttergeschwulst bekämpfen, sondern auch Metastasen, kein bemerkbares Schaden für das gesunde Gewerbe bringend“, betonte Wladimir Ujba.

Außerdem sprach der Leiter der FMBA Russlands darüber, dass die Benutzung der Methode trotz ihres hohen Preises dem Haushalt der RF die Möglichkeit gibt, jährlich mehr als 30 Mrd.Rubel zu sparen. „Das heißt, wir sparen das Geld, das für die palliative Therapie gespendet wird, die nicht heilt, sondern nur die Möglichkeit gibt, das Leiden des Patienten ein wenig zu erleichtern. Im Fall mit der Protonentherapie bekommt der Mensch die Heilung nur einmal und die Geschwulst verschwindet für immer. Dementsprechend liegt wirtschaftlicher Effekt auf der Hand, ganz zu schweigen vom geretteten Leben“, sagte Wladimir Ujba. Auch betonte der Leiter, dass diese Anlage helfen wird, eine präzise Diagnostik auch anderer Krankheiten durchzuführen, zum Beispiel von kardiovaskulären Entzündungen.

Der Stellvertreter des Gesundheitsministers der RF Sergej Krajewoj betonte, dass das föderale hochtechnologische Zentrum für medizinische Radiologie dafür unikal ist, dass es das weltweit einzige Zentrum ist, auf dessen Basis alle Methoden zur Diagnostik und Behandlung gesammelt sind: Strahl- und Atommethoden. Dadurch kann der Patient eine unikale hochtechnologische medizinische Hilfe an einem Ort bekommen, er wird sich nicht an verschiedene Heilanstalten wenden, um die Diagnostik, Behandlung zu bekommen oder sich einer Rehabilitationskur zu unterziehen. „Dieses Zyklotron des belgischen Unternehmens IBA wurde durch unser russisches Institut für Atomphysik vervollkommnet, dadurch wurde seine Leistung um 30% vergrößert. In dieser Serie ist es heute der beste Apparat, ähnliche gibt es nirgendwo weltweit“, erzählte der Leiter. Er betonte auch, dass es noch bevorsteht, die Einzigartigkeit des Radiologiezentrums in Dimitrowgrad einzuschätzen. „Heute wird eine große Arbeit zur Erkennung von onkologischen Erkrankungen im Land durchgeführt. Das sind solche Erkrankungen, die in der Struktur des Todes den zweiten Platz einnehmen. Und heute ist Onkologie kein Urteil. Moderne Methoden der Diagnostik geben die Möglichkeit, die Geschwulst im Frühstadium zu erkennen, und moderne Heilmethoden heilen den Menschen vollständig aus. Dieses Zentrum wurde unter Unterstützung und unmittelbarer Teilnahme der Regierung der RF geschaffen und wir können seine Bedeutung bis Ende sogar vorläufig nicht einschätzen“, betonte Sergej Krajewoj.

Das Protonenzentrum besteht aus einem fünfstöckigen Gebäude mit dem Keller. Seine Grundlage bildet ein Zyklotron-Komplex, der in so genanntem „Monocoque“ untergebracht ist und aus einem Beschleuniger – dem isochronen Zyklotron CYCLONE–235 besteht. Auch befinden sich vier Prozedur-Räume im Gehäuse, wo es zwei 110 Tonnen schwere spezielle Gantries und zwei spezielle strahlenförmige Linien gibt – eine für die Bearbeitung von Augenschädigungen, die zweite für eine hochpräzise stereotaktische Behandlung in der Strahlweite des Bestrahlungskopfes. Die Spezialisten erklären, dass das System Gantry dafür bestimmt ist, um die Einrichtung zur Transportierung und Formierung des Protonenbündels um den Positionierer mit dem Patienten herum um ±190 Grad zu drehen. Gantry ist eine Stahlkonstruktion mit einem Gewicht von 100 Tonnen, 10 Meter Länge und dem Durchmesser von 10 Meter. Die Montage der ganzen Einrichtung Gantry wird bezüglich des Punktes des isochronen Zentrums erfüllt, der der Schnittpunkt der Achse des Protonenbündels mit der Drehachse der Gantry ist.

Zurzeit wird die mechanische Montage der Apparatur des Zentrums für Protonentherapie beendet, das Anschließen ans Netz der Steuer- und Kühlungssysteme, der Systeme zur Druckluftzuführung sowie zur Zuführung von medizinischen Gasen an die Anlagen und Schaltschränke. Es wurde bereits die Montage und das Anschließen der mechanischen Systeme der Räume Gantry, der Linie (des Systems) für Transportierung des Protonenbündels bzw. des Protonenzyklotrons und seiner Hilfssysteme erfüllt. Im Rahmen des laufenden Zyklus der Arbeiten wird der Einlauftest des Zyklotrons, die Prüfung verschiedener Elemente der Anlage und die Prüfung der Zuverlässigkeit der Arbeit des Systems zur Zutrittskontrolle in der Zone der Arbeit der Anlage von den Spezialisten IBA durchgeführt werden.

Nach den statistischen Angaben brauchen 30.000 – 50.000 Menschen in der RF jährlich die Protonentherapie. Die Protonentherapie ist für 7-8% onkologische Patienten indiziert, darunter bei den Kindern mit verschiedenen Geschwülsten erreicht diese Ziffer 90%. Der Hauptunterschied dieses Zentrums von den existierenden Versuchslaboratorien besteht in seiner hohen Durchlassfähigkeit. Im Gebäude des föderalen hochtechnologischen Zentrums für medizinische Radiologie der FMBA wird man Hilfe für 1200 Patienten jährlich leisten. Die Inbetriebnahme der Objekte des Zentrums wird stufenweise innerhalb von 2017–2018 verlaufen, die Projektkapazitäten werden im Jahr 2019 erreicht werden. Im Zentrum ist Beratungsklinik, das Zentrum für Positronen-Emissions-Tomographie, Radiologiezentrum, das Gebäude für Radionuklidtherapie für 37 aktive Plätze und 24-Stunden-Station für 312 Plätze vorgesehen.

„Wir verstehen riesige Verantwortung, die dem Gebiet Uljanowsk in Verbindung mit der Schaffung dieses Komplexes auferlegt ist. Für uns ist es jetzt das wichtigste Objekt, das wir unsererseits mit der Infrastruktur versorgen und ausstatten. Deshalb wurde speziell für dieses Objekt das gebietliche Programm angenommen, in dessen Rahmen die Region mehr als eine Milliarde Rubel in den Bau des Zentrums selbst sowie in die Infrastruktur und Ausstattung angelegt hat. In diesem Jahr sind mehr als 500 Mio.Rubel für die Entwicklung der Stadt Dimitrowgrad vorgesehen. Heute schaffen wir Bedingungen für einen komfortablen Aufenthalt der zukünftigen Mitarbeiter und Patienten des Zentrums für radiologische Medizin. Wir bauen Akademisches Städtchen, seinem Sinn nach einen neuen Wohnbezirk in Dimitrowgrad. Auf Kosten der Region wurden alle technischen Netze daran angeschlossen. Jetzt wurde der Beschluss gefasst, seine Fläche um 8,5 ha auszuweiten. Schon wurden erste 10 Häuser in Betrieb genommen, die allen modernen Forderungen und komfortablen Lebensbedingungen  entsprechen. In nächster Zeit beginnt die Vorbereitung auf den Bau des Kindergartens und dann der Schule“, teilte der Gouverneur des Gebietes Uljanowsk Sergej Morosow mit.

Es sei erwähnt, dass das Projekt zur Schaffung des Zentrums für medizinische Radiologie in Dimitrowgrad nach dem staatlichen Programm „Schaffung von föderalen Zentren für medizinische radiologische Technologien“ im Rahmen der Erfüllung der Aufträge des Präsidenten der RF realisiert wird. Zur Struktur der Behörde gehören mehr als 20 Gebäude, darunter das Protonenzentrum. Im Auftrag des Vorsitzenden der Regierung der RF Dmitri Medwedew werden 2,8 Milliarden Rubel für den Bau und Einkauf der Wohnungen für medizinische Mitarbeiter der Atombranche in Dimitrowgrad bis 2019 abgezweigt werden. Im Auftrag des Gouverneurs Sergej Morosow wird die Finanzierung des Bauens von Sozialobjekten in Dimitrowgrad auf regionaler Ebene vergrößert.

Im Laufe von letzten vier Jahren werden zirka 300–400 Mio.Rubel jährlich für den Lebensbedarf von Dimitrowgrad abgezweigt. Die Stadt muss in den nächsten zwei Jahren die ganze Infrastruktur des Lebens und der Gastfreundschaft verändern. Die Eröffnung des föderalen hochtechnologischen Zentrums für medizinische Radiologie bedeutet die Schaffung von rund 1500 Arbeitsplätzen für lokale und zugereiste Spitzen-Spezialisten, und das ist Zufluss von Patienten und medizinischen Touristen.

Zurzeit wird eine aktive Vorbereitung aller Infrastruktur, städtebauliche Gestaltung von Dimitrowgrad durchgeführt. Im April beginnt man mit den Vorbereitungsarbeiten zum Bau von Automobilstraßen von den Wohngebäuden bis zu dem föderalen hochtechnologischen Zentrum für medizinische Radiologie und der Automobilstraße entlang dem Territorium des Zentrums. Für die Mitarbeiter des Zentrums sind mehr als 900 Wohnungen nötig. Heute wird eine komplexe Bebauung in Dimitrowgrad durchgeführt und ein Teil dieser Wohnungen sind schon bereit. In der Zukunft wird der Bau des Kindergartens und der Schule im Wohnbezirk „Akademgorodok“ geplant.

Um die in Dimitrowgrad kommenden Patienten zu treffen, wurde der Bau des Hotels von internationaler Klasse begonnen. Die geplante Frist der Inbetriebnahme des Objektes ist Dezember 2018. Dies gibt die Möglichkeit, den regionalen Fonds von Hotelräumen um 128 Plätze zu erhöhen, es werden 80 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Außerdem sind die Veranstaltungen zur Begrünung und Ausgestaltung des Parks im Wert von 4 Mio.Rubel geplant. Das ist eines der erstrangigen Projekte, die die Infrastruktur der öffentlichen Bereiche der Sozialstadt verändern, den Forderungen der neuen Einwohner entsprechen und aufs Neue das städtische Leben in diesem Bezirk formatieren.

17.04.17